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Yoga und Ernährung sind das perfekte Duo

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Sie sind enger miteinander verbunden, als es auf den ersten Blick scheint. Was verbindet also Yoga und Ernährung? Beide zielen nämlich darauf ab, Körper, Geist und Energie in Balance zu bringen – nur auf unterschiedlichen Ebenen. Ein zentraler Gedanke im Yoga ist Achtsamkeit. Diese lässt sich direkt auf die Ernährung übertragen: bewusst essen, langsamer kauen, den eigenen Hunger wirklich spüren. Statt automatisch oder emotional zu essen, entsteht eine bewusstere Beziehung zum eigenen Körper. Yoga fördert außerdem das Körperbewusstsein. Wer regelmäßig Yoga praktiziert, merkt oft schneller: Nach welchem Essen fühle ich mich leicht oder träge?
Dadurch verändert sich die Ernährung oft ganz automatisch – nicht durch Regeln, sondern durch Erfahrung.
„Yoga lehrt dich zu spüren – und was du spürst, bestimmt, wie du dich nährst.“

Also mehr auf dein Bauchgefühl hören?

Yoga bringt dich zurück zu deinem Bauchgefühl – dorthin, wo du nicht nach Regeln isst, sondern nach echtem Bedürfnis. Statt Kalorien zu zählen oder Trends zu folgen, lernst du, auf die leise Stimme deines Körpers zu hören: Was gibt mir Energie? Was fühlt sich leicht an? Was tut mir wirklich gut?
Mit der Zeit wird Essen weniger Kopfsache und mehr Erfahrung. Du spürst klarer, wann du hungrig bist – und wann du einfach nur etwas brauchst, das nichts mit Essen zu tun hat. Yoga schärft diese feine Wahrnehmung: Genuss ohne Übermaß, Sättigung ohne Schuldgefühl.
So wird Ernährung zu etwas Intuitivem. Nicht perfekt, nicht streng – sondern ehrlich. Und genau dort entsteht Balance.

Sieben Genussregeln:

  1. Genuss braucht Zeit
  2. Genuss muss erlaubt sein
  3. Genuss geht nicht nebenbei
  4. Wissen, was einem guttut
  5. Weniger ist mehr
  6. Ohne Erfahrung kein Genuss
  7. Genuss ist alltäglich

Dr. Rainer Lutz, deutscher Psychologe

Quelle: Lange-Fricke Iris & Reese Nicole. (2015) Yoga Kitchen. Ernährung & Yoga perfekt kombiniert (1. Auflage). TRIAS Verlag.

Wie unterstütze ich mit Yoga und Ernährung meinen Körper & meine Seele?

Prana, die Lebensenergie, spielt im Yoga eine wichtige Rolle, denn Prana fließt durch die Energiekanäle des Körpers. Sind diese durch Stress und Anspannung blockiert, kann die Energie nicht mehr richtig fließen, was sich unter anderem in körperlicher, mentaler und emotionaler Anspannung manifestiert. Mit der Asana-Praxis (körperliche Yogaübungen) und der Pranayama-Praxis (Atemübungen) reinigen wir die Energiekanäle, lösen Verspannungen und Blockaden auf und versorgen die Zellen mit neuem Sauerstoff. Entscheidend ist dabei oft “wie” diese Übungen durchgeführt werden. Passend dazu unterscheidet man in der yogischen Philosophie drei grundlegende Qualitäten, die alles in der Natur und im Geist beeinflussen, nämlich:

Die 3 Gunas

Sattva (Reinheit, Klarheit)
Sattva steht für Ausgeglichenheit, Harmonie und Bewusstsein. Wenn diese Qualität dominiert, fühlt man sich ruhig, klar im Denken und innerlich zufrieden. Sie wird im Yoga als erstrebenswerter Zustand angesehen. Yoga-Übungen, die Sattva erhöhen sind z.B. Ankommen & Atmung, Katze-Kuh, Herabschauender Hund….

Rajas (Aktivität, Unruhe)
Rajas symbolisiert Bewegung, Energie und Antrieb, aber auch Unruhe und Begierde. Ein Übermaß kann zu Stress, Rastlosigkeit oder innerer Spannung führen. Yoga-Übungen, die Rajas erhöhen sind z.B. Aktivierende Atmung, Sonnengruß, Krieger I….

Tamas (Trägheit, Dunkelheit)
Tamas steht für Schwere, Passivität und Unwissenheit. Ist diese Qualität stark ausgeprägt, kann man sich müde, antriebslos oder verwirrt fühlen.

Diese drei Qualitäten wirken ständig zusammen – das Ziel im Yoga ist es, mehr Sattva zu kultivieren und ein Gleichgewicht zwischen allen drei zu finden, denn auch im Leben sollten wir die Balance finden. Wenn du es dir zusätzlich noch bildlich vorstellen möchtest am Beispiel eines Sees, entspricht

Ein ruhiger See, in dem man sich selbst sehen kann -> Sattva
Ein See, dessen Oberfläche durch den Wind in Bewegung gebracht wird -> Rajas
Ein See, der trüb und “faul” ist -> Tamas

Die Gunas, also die grundlegende Qualität spielt somit auch eine große Rolle bei der Ernährung.

Ernährung & Prana wirken miteinander

Prana wird nämlich nicht nur durch körperliche Yogaübungen gebildet, sondern auch durch die Nahrung, die wir zu uns nehmen. Je frischer, leichter und natürlicher die Nahrung ausgerichtet ist, desto mehr Prana nehmen wir zu uns, wobei wiederum die Gunas ins Spiel kommen:

  • Frische, natürliche Lebensmittel liefern viel Prana und fördern Sattva → Klarheit, Ruhe, Balance
  • Stark gewürzte oder anregende Lebensmittel verstärken Rajas → Aktivität, aber auch Unruhe
  • Schwere, alte oder verarbeitete Lebensmittel erhöhen Tamas → Müdigkeit, Trägheit

Die Zubereitung mit Ruhe & Achtsamkeit erhöht ebenfalls die „energetische Qualität“ und auch wie du isst (ruhig, bewusst) beeinflusst, wie gut du Prana aufnimmst. Überessen wir uns oder essen zu viele rajasige (zuckerhaltige) und tamasige (stark verarbeitete) Lebensmittel bewirken wir also das Gegenteil.
Mit einer gezielten Kombination aus regelmäßiger Yoga-Praxis und aufbauender, nicht belastender Ernährung können wir unseren Körper unterstützen, genügend Energie aufzunehmen, die ungehindert fließen kann.

„Iss, als ob du dich selbst liebst. Bewege dich, als ob du dich selbst liebst. Sprich, als ob du dich selbst liebst. Handle, als ob du dich selbst liebst.“

Tara Stiles, amerikanische Yogalehrerin und Autorin

Namaste,

Deine Karin